Forschung

„Unglaublich schnell“: MIT’s KI revolutioniert Molekülforschung und lässt Supercomputer alt aussehen mit verblüffendem Tempo

Anna Schmidt Von Anna Schmidt
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„Unglaublich schnell“: MIT’s KI revolutioniert Molekülforschung und lässt Supercomputer alt aussehen mit verblüffendem Tempo
Illustration von der revolutionären KI-gestützten Arzneimittelforschung mit Boltz-2.
KURZ GESAGT
  • Die Einführung von Boltz-2 beschleunigt die Arzneimittelforschung erheblich, indem riesige Molekülbibliotheken in Stunden gescreent werden.
  • Auf dem BioHive-2 Supercomputer verarbeitet Boltz-2 Millionen Ligand-Protein-Paare parallel und liefert schnelle Ergebnisse.
  • Ingenieurtechnische Innovationen und NVIDIA-Optimierungen machen Boltz-2 zu einem effizienten Werkzeug für Arzneimittelhersteller.
  • Der Einsatz von Boltz-2 bietet der pharmazeutischen Industrie erhebliche Vorteile hinsichtlich Durchsatz und Kosten.

Die moderne Arzneimittelforschung steht vor einem revolutionären Wandel, der durch die Entwicklung von künstlicher Intelligenz (KI) beschleunigt wird. Ein bemerkenswertes Beispiel für diesen Fortschritt ist Boltz-2, ein biomolekulares KI-Modell, das in Zusammenarbeit zwischen dem Jameel Clinic und CSAIL des MIT sowie dem Biotech-Startup Recursion aus Utah entstanden ist. Diese Innovation ermöglicht es Forschern, den Prozess der Wirkstoffentdeckung auf eine Weise durchzuführen, die bisher unvorstellbar war. Innerhalb von Stunden können nun riesige Molekülbibliotheken gescreent werden, was den Forschungs- und Entwicklungszyklus erheblich verkürzt.

Die Geschwindigkeit der Wirkstoffentdeckung

Boltz-2 erreicht nahezu die Genauigkeit von physikbasierten Simulationen der freien Energie, die als Goldstandard für die Vorhersage der Bindungsstärke von Molekülen gilt, und ist dabei bis zu 1.000 Mal schneller. Auf dem BioHive-2 Supercomputer von Recursion, der zu den leistungsstärksten der Welt zählt, kann das Modell Millionen von Ligand-Protein-Paaren parallel verarbeiten. Dabei liefert es Bindungsergebnisse in etwa 20 Sekunden pro Paar auf einer einzelnen NVIDIA A100 GPU. Diese Geschwindigkeit bedeutet einen Paradigmenwechsel für die pharmazeutische Forschung. Wissenschaftler können Moleküle nun digital und in einem Maßstab triagieren, der zuvor undenkbar war.

In Benchmark-Tests übertraf Boltz-2 traditionelle Docking-Methoden und frühere maschinelle Lernansätze. Es verdoppelte sogar die durchschnittliche Präzision bei Hochdurchsatz-Screenings wie dem MF-PCBA. Diese Leistungssteigerungen heben die Bedeutung von KI in der Arzneimittelforschung auf ein neues Niveau.

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Ingenieurtechnische Dimensionen für reale Auswirkungen

Der Fortschritt von Boltz-2 gründet sich nicht nur auf biologische, sondern auch auf ingenieurtechnische Innovationen. Der BioHive-2 Supercomputer, der auf der NVIDIA DGX SuperPOD mit H100 Tensor Core GPUs basiert, wurde optimiert, um die massive Menge an Trainingsdaten zu verarbeiten, die über drei Millionen assay-markierte Beispiele umfasst. Diese Daten sind notwendig, um dem Modell sowohl Pose als auch Potenz in einem einzigen Durchgang beizubringen.

NVIDIA-Ingenieure spielten eine entscheidende Rolle bei der Beseitigung von Rechenengpässen. Sie führten spezifische Optimierungen ein, die die Trainings- und Inferenzkosten um bis zu das Dreifache reduzierten. Diese Verbesserungen, die nun auch anderen Entwicklern zur Verfügung stehen, machen Boltz-2 zu einem praktikablen Werkzeug für Arzneimittelhersteller.

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Für Unternehmen ist das Modell auch als Boltz-2 NIM verfügbar, ein produktionsreifer Microservice, der Protein-, RNA-, DNA- oder Ligandsequenzen verarbeitet und 3D-Strukturen sowie Affinitätsvorhersagen liefert.

Wirtschaftliche und wissenschaftliche Chancen

Der Einsatz von Boltz-2 in der pharmazeutischen Industrie bietet Unternehmen erhebliche Vorteile hinsichtlich Durchsatz und Kosten. Der NIM-Implementierungspfad ermöglicht es biopharmazeutischen Unternehmen, mit höherem Durchsatz und geringeren Rechenkosten zu arbeiten. Dies ist ein entscheidender Vorteil im wettbewerbsintensiven Rennen um die Entwicklung neuer Medikamente.

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Das Modell wurde am 6. Juni als Open-Source-Modell unter einer MIT-Lizenz veröffentlicht. Damit sind der Code, die Gewichte und die Trainingspipeline sowohl für akademische als auch kommerzielle Zwecke zugänglich. Durch die Unterstützung von NVIDIA erreicht das Modell eine Genauigkeit, die nahezu der von FEP entspricht, und das bei einer Geschwindigkeit, die bis zu 1.000 Mal schneller ist. Diese Fortschritte markieren einen der bedeutendsten Fortschritte in der KI-gestützten Arzneimittelforschung.

Offene Fragen zur Zukunft der Arzneimittelforschung

Die Einführung von Boltz-2 zeigt eindrucksvoll, wie KI die Arzneimittelforschung transformieren kann. Das Potenzial, Entwicklungszyklen drastisch zu verkürzen und Kosten zu senken, könnte die Branche nachhaltig verändern. Doch bleibt die Frage offen, wie sich diese Technologie auf die globale Medikamentenentwicklung auswirkt. Welche weiteren Innovationen werden in den kommenden Jahren folgen, und wie werden sie die medizinische Landschaft beeinflussen?

Dieser Artikel basiert auf verifizierten Quellen und wird durch redaktionelle Technologien unterstützt.
Anna Schmidt

Forschung, Energie, Klima, Städte und Märkte

Anna Schmidt

Anna Schmidt hat mehrere Jahre in der Pressestelle einer Stadtverwaltung in Nordrhein-Westfalen gearbeitet. Bei Glocalist schreibt sie über Politik, Städte und aktuelle Nachrichten, besonders über kommunale Entscheidungen. Sie fährt jeden Tag mit dem Rad ins Büro, auch im Winter.