Privatjets stoßen 16 Millionen Tonnen CO₂ aus, Oxfam fordert Vermögenssteuer
Die Entwicklungsorganisation Oxfam stellt den Privatflugverkehr der armen Weltbevölkerung gegenüber und verlangt eine Besteuerung hoher Vermögen.
Kurz gesagt
- Oxfam beziffert den weltweiten Ausstoß der Privatjets auf 16 Millionen Tonnen CO₂.
- In Deutschland starteten über 55.000 Privatjets mit mehr als 182.000 Tonnen CO₂.
- Nur etwa 250.000 Menschen nutzen laut Oxfam Privatjets.
- Oxfam verlangt eine Besteuerung hoher Vermögen.
Die Entwicklungsorganisation Oxfam hat die Emissionen des Privatflugverkehrs ausgewertet und sieht die Menge in keinem Verhältnis zur Zahl der Nutzer. Wie Express unter Berufung auf dpa berichtet, gehen auf Privatjets im vergangenen Jahr weltweit 16 Millionen Tonnen Kohlendioxid zurück. Die Meldung erschien am 27. Oktober 2026.
Was die weltweiten Zahlen bedeuten
Oxfam setzt die Emissionen der Privatjets ins Verhältnis zu denen der ärmeren Weltbevölkerung. Nach der Rechnung der Organisation haben die Flugzeuge in nur zwei Sekunden mehr Kohlendioxid verursacht als jemand aus der ärmeren Hälfte der Menschheit, nämlich aus den ärmsten 50 Prozent, über zwölf Monate hinweg.
Dass solche Mengen ins Gewicht fallen, hängt mit den Eigenschaften des Gases zusammen: CO₂ wird in der Atmosphäre gespeichert und verstärkt dort den Treibhauseffekt. Jede zusätzliche Tonne trägt damit zur Erwärmung bei.
Oxfam spricht von vergleichsweise hohen Emissionen der Privatjets. Die Organisation hält die Menge für sehr groß, gemessen an der kleinen Gruppe wohlhabender Nutzer, die sie verursacht.
Die Zahl von 16 Millionen Tonnen bezieht sich nach den Angaben von Express auf den gesamten weltweiten Privatflugverkehr. Oxfam stellt sie bewusst einer sehr kleinen Gruppe gegenüber: Auf diese wenigen Nutzer entfällt demnach ein Ausstoß, der den Jahresanteil eines Menschen aus der ärmeren Hälfte der Erde binnen Sekunden übersteigt.
Die Organisation wertet diese Schieflage als Hinweis auf eine ungleiche Verteilung der Verantwortung für den Klimawandel. Einen Teil der Ursache sieht sie im Luxuskonsum einer Minderheit.

Deutschland im Blick
Für Deutschland liefert die Analyse eigene Werte. An deutschen Flughäfen hoben im vergangenen Jahr über 55.000 Privatjets ab. Zusammen stießen sie mehr als 182.000 Tonnen CO₂ aus. Als Maßstab dient Oxfam ein Jahresausstoß von 9,9 Tonnen CO₂ je Einwohnerin und Einwohner im Durchschnitt.
| Größe | Wert laut Oxfam |
|---|---|
| CO₂-Ausstoß dieser Jets zusammen | mehr als 182.000 Tonnen |
| Durchschnittlicher Pro-Kopf-Ausstoß pro Jahr | 9,9 Tonnen CO₂ |
Aus diesem Gegenüber folgert Oxfam, dass diese Jets bereits in einer halben Stunde mehr Kohlendioxid verursacht haben, als ein Durchschnittsmensch in Deutschland im ganzen Jahr erzeugt.
Die deutschen Werte stammen aus derselben Analyse wie die weltweite Summe. Laut Express teilt Oxfam die mehr als 182.000 Tonnen auf über 55.000 Starts auf. Wer den Durchschnittswert von 9,9 Tonnen je Person danebenlegt, erkennt, warum die Organisation den Vergleich auf eine halbe Stunde Flugbetrieb verdichtet.
Die Zahlen beziehen sich ausschließlich auf Privatjets. Linienflüge und andere Verkehrsträger sind in dieser Rechnung nicht enthalten.
Wer fliegt, und was Oxfam fordert
Der Kreis der Nutzer ist nach Oxfams Angaben überschaubar: Etwa 250.000 Menschen fliegen mit Privatjets. Das entspricht laut der Organisation den reichsten 0,0003 Prozent der Weltbevölkerung. Oxfam sieht darin ein Beispiel dafür, dass eine Minderheit, auch durch Luxuskonsum, unverhältnismäßig viele Emissionen verantwortet.
Die Organisation spitzt ihre Kritik zu. Oxfam erklärte: „Überreiche treiben die Welt in den Klimakollaps“. Als politische Antwort verlangt sie eine Besteuerung hoher Vermögen. Steuersätze oder Details der Forderung nennt der Bericht nicht.
Das Bezugsjahr der Daten wird in der Meldung lediglich als „vergangenes Jahr“ angegeben, ein genaues Jahr nennt sie nicht.
Mit der Forderung nach einer Besteuerung hoher Vermögen richtet Oxfam den Blick von den einzelnen Flügen auf die Vermögensverhältnisse der Nutzer. Die Organisation argumentiert, dass die kleine Gruppe der Passagiere, nach ihrer Berechnung rund 250.000 Menschen, einen Ausstoß zu verantworten habe, der in keinem Verhältnis zu ihrer Zahl stehe (Express).
Foto: Drinu Cutajar / Pexels



