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„Es ist schlimmer als gedacht“: Diese Bienenbewegung enthüllt verborgene Intelligenz (und sie könnte Sie überraschen)

Anna Schmidt Von Anna Schmidt
3 Min. Lesezeit
„Es ist schlimmer als gedacht“: Diese Bienenbewegung enthüllt verborgene Intelligenz (und sie könnte Sie überraschen)
Illustration von der komplexen Kommunikation und den kognitiven Fähigkeiten von Honigbienen.
KURZ GESAGT
  • Der Schwänzeltanz der Honigbienen enthält räumliche Informationen über die Umgebung.
  • Forscher nutzen harmonisches Radar, um die Flugbahnen der Bienen zu verfolgen.
  • Bienen integrieren den Tanz in eine kognitive Karte ihrer Erfahrungen.
  • Die Studie zeigt die komplexen kognitiven Fähigkeiten der Honigbienen auf.

In der faszinierenden Welt der Honigbienen gibt es eine Kommunikationsform, die Wissenschaftler seit Generationen in ihren Bann zieht: den Schwänzeltanz. Diese einzigartige Art der nonverbalen Kommunikation ermöglicht es den Bienen, ihren Artgenossen die Richtung und Entfernung zu einer Nahrungsquelle zu vermitteln. Eine neue Studie, veröffentlicht in der Zeitschrift „Current Biology“, hat nun herausgefunden, dass dieser Tanz weitaus komplexer ist, als bisher angenommen. Die Forscher entdeckten, dass die Bienen nicht nur eine einfache Vektorinformation übermitteln, sondern auch räumliche Informationen über die Umgebung in ihren Tanz integrieren. Dies wirft ein neues Licht auf die kognitiven Fähigkeiten dieser faszinierenden Insekten.

Die erstaunliche Intelligenz hinter dem Schwänzeltanz

Die Forscher untersuchten den Schwänzeltanz der Honigbienen genauer, indem sie einen Futterspender nördlich des Bienenstocks entlang einer Kiesstraße platzierten und die Bienen darauf trainierten, diesen zu besuchen. Der Tanz diente dabei nicht nur dazu, die Richtung und Entfernung zum Futter anzuzeigen, sondern vermittelte auch Informationen über die Landschaftsmerkmale, die die Bienen auf ihrem Flug erwarten könnten. Mithilfe von harmonischem Radar verfolgten die Wissenschaftler die detaillierten Flugbahnen einzelner Bienen, um zu erkennen, wie diese Information genutzt wurde.

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Es stellte sich heraus, dass die Empfänger des Tanzes die übermittelte Vektorinformation mit ihrer eigenen Erinnerung an die Landschaft kombinierten. Sollte ein erwartetes Merkmal fehlen, suchten die Bienen auf eine explorativere Weise, indem sie weiter flogen und weniger geradlinige Pfade wählten. Diese Ergebnisse unterstreichen die hohe kognitive Komplexität und Effizienz dieser Kommunikationsform.

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Ein mehrschichtiger Kommunikationsprozess

Die Studie ging der Frage nach, ob die durch den Tanz vermittelte Vektorinformation in die räumliche Repräsentation der rekrutierten Bienen integriert wird. Diese räumliche Repräsentation basiert auf eigenen Erfahrungen und ob diese Integration innerhalb eines gemeinsamen räumlichen Bezugsrahmens erfolgt. Die Forscher stellten fest, dass die Rekruten eine Erwartungshaltung gegenüber der Landschaft entwickelten, die sie überfliegen würden. Der Schwänzeltanz erwies sich als eine vielschichtige Form der Kommunikation, die weit über die einfache Übermittlung von Richtungs- und Entfernungsinformationen hinausgeht.

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Die Bienen behalten nicht nur den Vektor im Gedächtnis, sondern integrieren auch ein räumliches Layout der Umgebung in ihre Navigation. Diese Fähigkeit, eine kognitive Landkarte zu erstellen, ermöglicht es den Bienen, effizienter zu navigieren und die Nahrungsquelle präziser zu finden.

Die Bedeutung der kognitiven Karte

Die Forscher beschrieben die kognitive Struktur, die bei diesem Kommunikationsprozess eine Rolle spielt, als eine kognitive Karte. Diese Karte erlaubt es den Bienen, die im Tanz übermittelten Informationen mit ihren eigenen Erkundungen zu verbinden. Der Schwänzeltanz ist demnach nicht nur eine simple Abfolge von Bewegungen, sondern ein komplexes System der Informationsübertragung, das eine höhere kognitive Ebene offenbart.

Der leitende Forscher der Studie betonte, dass Bienen nicht einfach blind einem Vektor folgen. Vielmehr integrieren sie die Tanzanweisungen in eine kognitive Karte ihrer Umgebung, die sie während früherer Erkundungsflüge erstellt haben. Diese Fähigkeit zeigt ein bisher nicht gekanntes Maß an kognitiver Komplexität in der Kommunikation von Honigbienen.

Fazit und zukünftige Forschungsperspektiven

Die Entdeckung, dass Bienen komplexe räumliche Informationen übermitteln können, hat weitreichende Implikationen für unser Verständnis von Tierkommunikation und Kognition. Diese Erkenntnisse werfen die Frage auf, inwieweit auch andere Tierarten ähnliche kognitive Fähigkeiten besitzen. Die Studie öffnet neue Forschungsfelder, um die Mechanismen der Informationsverarbeitung bei Tieren weiter zu erforschen. Was können wir noch über die kognitiven Fähigkeiten von Insekten lernen, und welche weiteren Geheimnisse birgt der Schwänzeltanz der Honigbienen? Diese Fragen könnten der Schlüssel zu einem tieferen Verständnis der Tierwelt sein.

Dieser Artikel basiert auf verifizierten Quellen und wird durch redaktionelle Technologien unterstützt.
Anna Schmidt

Forschung, Energie, Klima, Städte und Märkte

Anna Schmidt

Anna Schmidt hat mehrere Jahre in der Pressestelle einer Stadtverwaltung in Nordrhein-Westfalen gearbeitet. Bei Glocalist schreibt sie über Politik, Städte und aktuelle Nachrichten, besonders über kommunale Entscheidungen. Sie fährt jeden Tag mit dem Rad ins Büro, auch im Winter.