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„Es ist schlimmer als gedacht“: Diese Kläranlagen verbergen doppelte Klimabelastung (und schaden Ihrer Umwelt massiv)

Anna Schmidt Von Anna Schmidt
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„Es ist schlimmer als gedacht“: Diese Kläranlagen verbergen doppelte Klimabelastung (und schaden Ihrer Umwelt massiv)
Illustration von den hohen Methan- und Lachgasemissionen aus Kläranlagen.
KURZ GESAGT
  • Kläranlagen stoßen mehr Treibhausgase aus als bisher angenommen
  • Forschungsteam nutzte mobiles Labor zur Erfassung von Emissionen
  • Alte Anlagen stellen neue Herausforderungen für den Umweltschutz dar
  • Ergebnisse bieten Möglichkeiten für gezielte Verbesserungen

Eine aktuelle Studie unter der Leitung von Princeton University hat aufgedeckt, dass Kläranlagen in den Vereinigten Staaten weitaus mehr Treibhausgase ausstoßen, als bisher angenommen. Diese Anlagen, die für die Behandlung von Abwasser zuständig sind, emittieren fast doppelt so viel Methan und Lachgas wie von den offiziellen Schätzungen der Umweltbehörde angenommen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung werfen ein neues Licht auf die Umweltbelastungen, die durch die Wasseraufbereitungsanlagen hervorgerufen werden. Die gute Nachricht ist, dass der Großteil der Emissionen von einer kleinen Anzahl von Anlagen stammt, was gezielte Verbesserungen ermöglicht.

Ergebnisse der Princeton-Studie

Die jüngste Untersuchung unter der Leitung von Princeton University hat beunruhigende Resultate hervorgebracht. Laut den Forschern stoßen Kläranlagen in den USA 1,9-mal mehr Lachgas und 2,4-mal mehr Methan aus als ursprünglich von der Environmental Protection Agency (EPA) berechnet. Diese beiden Treibhausgase, die zusammen etwa 22 Prozent der globalen Erwärmung seit 1850 verursacht haben, stellen eine erhebliche Umweltbelastung dar.

Die Studie zeigt auf, dass Kläranlagen etwa 2,5 Prozent der Methan-Emissionen und 8,1 Prozent der Lachgas-Emissionen der USA ausmachen. Professor Mark Zondlo von der Fakultät für Bau- und Umweltingenieurwesen betont, dass die Ergebnisse die oft übersehene Umweltkosten von sauberem Wasser verdeutlichen.

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Messmethoden und Feldarbeit

Um genauere Messungen zu erhalten, nutzte das Forscherteam ein mobiles Labor, das als Princeton Atmospheric Chemistry Experiment bekannt ist. Dieses Labor, ein Elektrofahrzeug ausgestattet mit laserbasierten Systemen, meteorologischen Sensoren und kommerziellen Gassensoren, ermöglichte die Erfassung von Emissionen unter realen Bedingungen.

Über einen Zeitraum von 14 Monaten fuhren die Forscher mehr als 52.000 Meilen und besuchten 96 Kläranlagen, die zusammen etwa 9 Prozent des US-amerikanischen Abwassers verarbeiten. Dabei wurden Emissionen saisonal gemessen, indem die Forscher um die Perimeter der Anlagen fuhren, um entweichende Gase unter verschiedenen Wetterbedingungen zu erfassen.

Neue Technologien im Kampf gegen den Klimawandel

Herausforderungen und Chancen alter Anlagen

Der Großteil der Kläranlagen in den USA ist seit Jahrzehnten in Betrieb und wird kommunal betrieben. Professor Zondlo weist darauf hin, dass diese Anlagen kontinuierlich mit neuen Technologien aufgerüstet wurden, was ihre Bewertung komplex macht. Eine umfassende Betrachtung der gesamten Anlage und deren Emissionen zu unterschiedlichen Zeiten ist daher notwendig.

Z. Jason Ren, Co-Autor der Studie, betont, dass Anlagenbetreiber oft keine ausreichende Anleitung zur Emissionsreduzierung haben. „Sie wissen, dass sie Emissionen haben, aber oft nicht, wie hoch diese sind“, erklärte er.

Nachhaltige Märkte: Chancen und Herausforderungen

Die Forscher hoffen, dass ihre Arbeit die Zusammenarbeit mit Anlagenbetreibern fördert, um Emissionen gezielt zu reduzieren. Zudem könnten wirtschaftliche Vorteile durch die Nutzung von Methan als erneuerbare Energiequelle entstehen.

Ausblick und Implikationen

Die in der renommierten Zeitschrift Nature Water veröffentlichten Ergebnisse der Studie bieten einen wichtigen Ansatzpunkt für zukünftige Maßnahmen zur Emissionsreduzierung in der Abwasserbehandlung. Die Möglichkeit, gezielte Verbesserungen an wenigen Anlagen umzusetzen, ohne dass eine umfassende Umgestaltung der gesamten Branche notwendig ist, bietet einen praktikablen Weg zur Verringerung der Treibhausgasemissionen.

Abschließend bleibt die Frage offen: Wie können die gewonnenen Erkenntnisse effektiv in die Praxis umgesetzt werden, um sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Vorteile zu erzielen?

Dieser Artikel basiert auf verifizierten Quellen und wird durch redaktionelle Technologien unterstützt.
Anna Schmidt

Forschung, Energie, Klima, Städte und Märkte

Anna Schmidt

Anna Schmidt hat mehrere Jahre in der Pressestelle einer Stadtverwaltung in Nordrhein-Westfalen gearbeitet. Bei Glocalist schreibt sie über Politik, Städte und aktuelle Nachrichten, besonders über kommunale Entscheidungen. Sie fährt jeden Tag mit dem Rad ins Büro, auch im Winter.